Wolfgang Schäffner widmet sein Berufsleben der Bildung im ländlichen Raum. Ohne seinen unermüdlichen Einsatz gäbe es keine „Pinzgauer Universität“. Dass der gebürtige Salzburger in Saalfelden seine Wahlheimat gefunden hat, ist in vielfacher Hinsicht ein Glücksfall. „Die Stadt Salzburg war mir damals zu klein, deshalb bin ich nach Saalfelden gegangen“, sagt Wolfgang Schäffner und lacht. Tatsächlich war die Anstellung seiner damaligen Lebensgefährtin an der HIB der Grund für seine Übersiedlung. Für ihn selbst, den promovierten Literaturwissenschaftler, Historiker und Philosophen, gestaltete sich die Jobsuche im Pinzgau nicht so einfach. So machte er die Not zur Tugend, übernahm das Saalfeldener Lernzentrum und baute es zum Studienzentrum Saalfelden aus, das im kommenden Jahr das 30-Jahr-Jubiläum feiern wird und seit dem Jahr 2000 im Techno-Z Saalfelden beheimatet ist. Ihm ist gelungen, was viele anfänglich nicht für möglich gehalten haben: die Etablierung einer universitären Ausbildungseinrichtung mitten im Pinzgau.

Meilenstein Fernstudienzentrum

Nach dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 erkannte Schäffner die Möglichkeit für die Errichtung eines regionalen Bildungszentrums. Mit der Fernuniversität Hagen und dem Zentrum für Fernstudien der Johannes Kepler Universität Linz konnte er zwei hochkarätige Partner gewinnen. Die Fernuniversität Hagen ist die größte Universität Deutschlands mit aktuell rund 80.000 Studierenden. Rund 300 Studierende pro Semester werden vom Studienzentrum Saalfelden aus betreut. Sie arbeiten nach dem Konzept des Blended Learnings – einer Kombination aus Selbststudium, Videovorlesungen, Präsenzveranstaltungen und Begleitung durch Professoren. „Das Studium ist so toll aufgebaut,“ schwärmt der Leiter des Studienzentrums, „es bietet viele Vorteile. Der größte ist neben dem umfangreichen Angebot an Studien sicher die Flexibilität. Viele machen ihr Studium berufsbegleitend oder als Zweitstudium. Außerdem kostet ein Fernstudium sehr wenig, 1.800 Euro für ein Bachelorstudium ist fast nichts im Vergleich zu anderen Aus- und Weiterbildungen. Ein besonderer Vorteil ist auch, dass man ohne Matura einsteigen kann.“  Seit Kurzem berechtigen auch die österreichischen Meisterabschlüsse zum Studium. Ein weiterer Vorteil.

Gruppenfoto mit sechs Mitarbeitern des Studien Management Centers Saalfelden
Das engagierte Team des Studien Management Centers Saalfelden im Techno-Z Saalfelden Copyright: SCM Saalfelden

Erfolgreiche Masterstudien für eine nachhaltige Entwicklung

Sehr erfolgreich sind auch die beiden Masterlehrgänge Gastrosophie bzw. Gemeinwohl-Ökonomie. „Da haben wir den Nerv der Zeit getroffen,“ freut sich Schäffner. Die Lehrgänge werden in Kooperation mit der Universität Salzburg und der FH Burgenland angeboten. Bei der Gastrosophie geht es um eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung, um gute, fair produzierte und nachhaltige Lebensmittel. Im Masterlehrgang für Angewandten Gemeinwohl-Ökonomie werden alternative Wege und Modelle wirtschaftlichen Denkens mit dem Fokus auf das Gemeinwohl vermittelt. Das Studienzentrum gehört schon seit 2013 zu den rund 2.000 Unternehmen der Gemeinwohl-Bewegung, die das Wohl des Menschen und der Umwelt zum obersten Ziel des Wirtschaftens erheben. „Wir konnten schon einige Erfolge feiern. 2015 hat der europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss die Gemeinwohlbilanz empfohlen – als effektives Instrument für die Verankerung der Sustainable Development Goals in Unternehmen und Gemeinden,“ freut sich Schäffner.

Ein weiterer Masterlehrgang startet im Herbst 2021: „Im Lehrgang Crossmediale Marketingkommunikation werden unsere Absolventinnen und Absolventen befähigt, mit einer umfassenden und breit angelegten Ausbildung von PR bis Social Media Führungsaufgaben wahrnehmen zu können,“ erläutert Schäffner die Zielsetzung.

Neben der Fernuniversität und den Masterlehrgängen bilden EU-Projekte den dritten Schwerpunkt des Studienzentrums. Gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt das sechsköpfige Team des Studienzentrums länderübergreifende Angebote. Das jüngste Projekt ist im Bereich Digitalisierung angesiedelt.

Wolfgang Schäffner stehend im Büro umgeben von Büchern
Wolfang Schäffner in seinem Büro im Techno-Z Saalfelden. Copyright: Techno-Z/Fersterer

KMU fit machen für digitale Zukunft

Während große Unternehmen in der Digitalisierung schon mehrere Schritte voraus sind, hinken kleine Betriebe hinterher. Um kleine und mittlere Unternehmen in ihrem Digitalisierungsprozess zu unterstützen hat das Studienzentrum das Projekt DigiCulTS gestartet, mit Partnern aus Polen, Griechenland und Spanien, der Donauuniversität Krems und der Wirtschaftskammer. Ziel von DigiCulTS ist eine Bewusstseinsbildung für die digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen in Unternehmen und sie über die Herausforderungen, Chancen und Risiken aufmerksam zu machen.

„Nicht alles was technologisch geht, ist auch gut. Die große digitale Transformation ist von der kulturellen und nicht von der technologischen Veränderung her zu denken“, fordert Schäffner, „wir müssen uns die Frage stellen, was Digitalisierung mit uns macht. Dafür brauchen wir mehr Bewusstsein und Wissen.“ Drei innovative Produkte werden erarbeitet, die KMU kostenlos zur Verfügung stehen: ein Digital Check für die Erhebung des Status Quo, Online-Kurse für die individuelle Reflexion und eine Online Datenbank für offenes und freies Lernen. „Aktuell sind wir auf der Suche nach Betrieben, die unsere Entwicklung testen,“ sagt Schäffner.

Büste der Göttin Minerva

Positive Bildungsbilanz

Wolfgang Schäffners langjähriger Einsatz für das Studienzentrum Saalfelden war nicht nur durch Hochs geprägt. „Auch schlaflose Nächte gab es,“ verrät er. Trotzdem blieb der 62-Jährige seiner Mission treu. Am Bücherregal in seinem Büro im Techno-Z Saalfelden steht auch eine kleine Minerva-Büste, ein Geschenk, das er vor Jahren von einem Projektpartner erhielt. Die Göttin der Weisheit und Hüterin des Wissens kann mit der Wirkungsbilanz von Wolfgang Schäffner sehr zufrieden sein.

Studien und Management Center Saalfelden
Leogangerstraße 51, 5760 Saalfelden, Austria

Copyright Bilder: Techno-Z/Konrad Fersterer

TECHNO-ZINE
Dieser Blogbeitrag ist auch in unserem Print-Magazin Techno-Zine (Vol.4 , 2021) erschienen.
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