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Birgit Strohmeier

Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.

Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätsmanagement bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH.

 

Und wie „offen“ sind Sie? Open Source, Open Data und Open Innovation

Vortragende des IT-Businesstalk 2015

Open Source, Open Data, Open Innovation – Offenheit ist das neue Gebot der Stunde. Aber lässt sich damit auch Geld verdienen? Dieser Frage ging der 8. IT-Businesstalk von Salzburg Research und nic.at auf den Grund. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen zeigten ihre Strategien und Erfolgsszenarien aus Anwender- wie auch Produzentensicht.

Der 8. IT-Businesstalk von Salzburg Research und nic.at am 29. Oktober 2015 hat gezeigt: Das Thema Offenheit ist keineswegs Zukunftsmusik, es ist längst Realität. Open Source ist die Basis von immer mehr Produkten und Lösungen, viele Start-ups wären ohne Open Source gar nicht möglich. Immer mehr Unternehmen setzen bei Innovationen auf die so genannte Crowd und Co-Creation. Open Data bietet völlig neue Business-Modelle und hat durchaus eine neue Goldgräber-Mentalität eingeleitet. Freie, zur weiteren Nutzung und Verbreitung zur Verfügung gestellte Daten werden von anderen Unternehmen neu kombiniert, veredelt und erhalten so Mehrwert – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Offene Software – weiter verbreitet als gedacht

Open Source ist kostenlos, aber nicht „umsonst“. Längst ist quelloffene Software ein wichtiger Bestandteil der Gegenwart. Immer mehr hält sie Einzug in Unternehmen, kaum ein Internet-Start-up wäre ohne Open Source denkbar. Viele Dinge des täglichen Lebens – vom Smartphone über das TV-Gerät bis hin zur Waschmaschine – basieren auf Open Source. Offene Software unterstützt uns also längst sehr breit – meist ohne, dass wir es merken.

So entwickelt und nutzt etwa das junge Salzburger Unternehmen Redlink, eine Ausgründung der Salzburg Research und angesiedelt im Techno-Z Salzburg, sehr erfolgreich Open Source-Software für regionale Wertschöpfung und innovative Lösungen. „Open Source ist eine Art „Hose runter“ für Entwickler. Man zeigt, was man macht und muss es gut dokumentieren. Dadurch steigt aber auch die Qualität“, erzählt Thomas Kurz von Redlink GmbH. „Als Kleinunternehmen können wir mit Open Source hochqualitative Software anbieten. Damit wird Software mit internationalen Standards und dem Know-how der weltweiten Crowd auch für lokale KMU leistbar.“

Auch weitere Vortragende, Christian Köberl von Porsche Informatik und  Werner Hehenwarter, Gründer der Softwarefirma HELIUM V IT Solutions zeigten die Relevanz von Open Source – sowohl aus Produzenten- wie auch Anwendersicht: „Man kann heute nicht Software ohne Open Source entwickeln.“

Open Data – Nutzung erlaubt!

Offene Daten, lesbar für Mensch und Maschine und für den persönlichen sowie kommerziellen Gebrauch freigegeben, ermöglichen völlig neue Businessmodelle. Die Daten werden von Behörden oder Unternehmen über das Internet bereitgestellt. Andere Unternehmen, davon viele Start-ups, verwenden diese Daten weiter, zum Beispiel für Software-Anwendungen, Apps oder Visualisierungen. Aus Wetterdaten und Pisteninformation kann so ein Service für den perfekten Skitag entstehen. Aus offenen Kartendaten und Wahlergebnissen entsteht eine übersichtliche Visualisierung. Offene Daten fördern damit Innovation und Kreativität, vorhandenes Datenmaterial erhält ein völlig neues Leben und neuen Mehrwert.

Staat und Verwaltung stellen im Interesse der Allgemeinheit bereits seit einigen Jahren ausgewählte Daten öffentlich zur Verfügung. Die Stadt Salzburg war dabei einer der Pioniere dieser Bewegung. Stadt und Land Salzburg stellen insgesamt etwa 200 Datensätze zur Verfügung. Zahlreiche Anwendungsbeispiele belegen, dass Open Government Data nicht nur Selbstzweck im Dienste der Transparenz sind, sondern auch tatsächlich neuen Mehrwert bieten. Ein Beispiel für die Nutzung von offenen Daten ist das Start-up Eversport, das auf dem gleichnamigen Portal Sportanbieter und Sportler zusammenbringt. „Ohne offene Sportstättendaten wäre unser Businessmodell nicht möglich geworden“, sagt Andreas Woditschka von Eversport.

Open Innovation – frag doch mal die Crowd

Was haben Tipp-ex, Mountain-Biking und Kite-Surfing gemeinsam? Alle drei wurden nicht von Unternehmen, sondern von AnwenderInnen erfunden. Open Innovation ist seit Jahren ein Hype. Auch kleine Unternehmen können von dieser offenen Innovationsform profitieren. „Der Trend zu Open Innovation hält ungebrochen an, IT spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Hannes Selhofer, Leiter des InnovationLab bei Salzburg Research. „Dabei muss nicht die komplette Innovationsstrategie erneuert werden: einzelne Elemente lassen sich hervorragend in konventionelle Innovationsprozesse einbauen.“ Das Internet der Dinge und Big Data werden hier in Zukunft neue Dimensionen eröffnen, die wir heute noch gar nicht abschätzen können. Barbora Maresova, Co-Creation Managerin bei Erste Bank, zeigte, wie Open Innovation in der Praxis funktioniert. Seit zwei Jahren entwickelt sie innovative Produkte und Services gemeinsam mit Kundinnen und Kunden.

Der IT-Businesstalk

Seit 2007 veranstalten Salzburg Research und nic.at den jährlich stattfindenden IT-Businesstalk. Ziel des Talks ist es, Trends und aktuelle Entwicklungen im Internet aufzuzeigen – in Theorie und Praxis. ExpertInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft erklären, wohin die Reise im Internet geht und geben Beispiele, wie Firmen davon profitieren können. Die Veranstaltung ist und richtet sich an IT-Verantwortliche, EntscheiderInnen und alle Interessierte, die einen Blick in die IT-Zukunft machen wollen. www.it-businesstalk.at

Bild: wildbild

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