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Christian Holzer

Work-Life-Balance Karriere- und Unternehmensberatung

Work-Life-Balance Unternehmensberater und Karrierecoach, PR-Experte und Employer Branding, Buchautor, Kooperationspartner des Career-Centers der Universität Salzburg

 

Christian Holzer trifft Bernd Hillebrand. Vertrauen schafft Gleichgesinnte für den gemeinsamen Weg

Bernd Hillebrands Blick ist auf sozial nachhaltiges Wirtschaften gerichtet und das macht erfolgreich. Die Baufirmengruppe Hillebrand (in 2. Familiengeneration) steht wertemäßig und wirtschaftlich gut da und ist auf dem Sprung in die umsatzstärksten Top-100 Betriebe Salzburgs zu kommen. Grund genug Chef Bernd Hillebrand in meine Sendung „Fair-Play“ auf der  Radiofabrik einzugeladen. Hier Ausschnitte aus unserem netten Gespräch. 
Meiner Wahrnehmung nach mehren sich diejenigen Unternehmerinnen und Unternehmer, die Unternehmens- und Führungsziele auf Augenhöhe mit den Mitarbeiterzielen setzen und Persönlichkeiten und Sinn im Unternehmen hochleben lassen.
Sie ermuntern Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mutig und eigenverantwortlich voranzuschreiten. Wie unterstützen Sie diese Prozesse, damit das nicht nur ein Slogan bleibt?Unsere Mitarbeiter müssen spontane Entscheidungen treffen können. Wir unterstützen sie dabei, dass diese Eigenverantwortung ins tägliche Handeln übergeht. Ich selbst wurde in meinem Elternhaus ermuntert über Grenzen hinweg Dinge anzustreben. Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital und da halte ich es auch so, dass ich statt Grenzen zu setzen das Zutrauen in der Vordergrund stelle. Wir halten viel von Vertrauen, von zu viel Kontrolle halten wir nichts. Für unseren Weg brauchen wir Gleichgesinnte . Wir sehen mehr die Taube auf dem Dach als den Spatz in der Hand.Wertewelten als Spielwiese für Gleichgesinnte?Werte repräsentieren –Grundhaltungen / Grundeinstellungen eines Menschen. Abgeleitet von Missionsbildungsprozessen bei Banken und Versicherungen wollten wir für uns als Firmengruppe mit ca. 50 Angestellten und 100 Arbeitern ein Instrument mit Einfachheit und Nachvollziehbarkeit. Dem Betriebsrat gefiel es auch und wir waren und sind Feuer und Flamme für unser Projekt „Wertewelten“. Wir haben viele Gespräche geführt und haben notiert, was uns allen wichtig erschienen ist. Aus anfänglich 38 Kategorien haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wir sehen sie als Mitunternehmer- schließlich 18 zentrale Werte ausgewählt. Die Wertewelten liegen in Form eines Werterades vor. Unsere Maurer & Zimmerer auf den Baustellen und unsere Angestellten in Büro, Verkauf, Planung , Projektentwicklung und Bauleitung sind davon genauso überzeugt wie wir als Eigentümer.Bernd Hillebrand_Fair-PlayEin angenehmer Gesprächspartner, der als Unternehmer auf Gleichgesinnte baut (Bernd Hillebrand li. mit WLB-Unternehmensberater und Moderator Chris Holzer)

Unterschiedliche Menschen mit ähnlichen Wertvorstellungen als Erfolgsprinzip?

Wir wollen sachlich kommunizieren und für andere Ansichten offen sein. Nicht jeder Tag ist schön, aber wir versuchen uns immer positiv einzustellen und Selbstverantwortung für unsere Stimmung zu zeigen. Lob, Anerkennung und freundlicher Umgang helfen dabei viel. Lob ist auch nicht das Privileg der Chefs. Wir sehen im ehrlichen, gegenseitigen Lob auf allen Hierarchieebenen viel Basis für Wohlergehen.

Was passiert, wenn Sie bemerken, dass Sie im Unternehmen nicht mehr so nahe an ihren eigenen Wertvorstellungen agieren?

Wir alle sind aufgefordert Abweichungen wahrzunehmen und auch zu kommunizieren. Uns ist lieber, wenn wir Probleme rasch aufgreifen. Mit den Wertewelten im Hintergrund haben wir hier eine Unterstützung.

Spielen die Wertewelten im Recruitingverfahren eine Rolle?

Wir sind in Summe wesentlich mehr als rein wirtschaftliche Denker. Wir weisen bereits beim Einstellungsgespräch auf unsere Haltung hin. Es ist uns wichtig, dass wir gut zusammenpassen. Der neue Mitarbeiter hat einen Paten an der Seite, der für fachliche Belange, aber auch in Fragen zur Unternehmenskultur und zu den Unternehmenswerten erster Ansprechpartner ist.

Gibt es eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Wertewelten?

Werte zu leben ist kein Selbstläufer, das ist auch harte Arbeit. Wir machen alle ein bis zwei Jahre eine große Veranstaltung. Zum Beispiel haben wir zuletzt Werte und Gesundheit miteinander verknüpft. Wir bemühen uns, dass viele unserer Mitarbeiter an solchen Veranstaltungen teilnehmen, den Sinn darin erkennen, dass es ihrem eigenen Wohlbefinden dient und sich lohnt. Die Arbeit in Klein- und in Großgruppen dient zusätzlich der Kommunikationsförderung. Auf dieser Grundlage entsteht neue Begeisterungsfähigkeit.

Modern und zukunftsorientiert mit Familientradition, geht das zusammen?

Wir bringen Firmenwerte mit unseren Familienwerten in Abstimmung. Das Unternehmen soll auf den bestehenden Werten in die Zukunft geführt werden. Dazu haben wir einen Familienkodex geschaffen, der gewisse Spielregeln vorsieht. Mein Bruder und ich konnten uns bereits sehr früh für viele Dinge rund um unser Unternehmen begeistern. Wir wurden von unserem Vater unterstützt, der heute noch als Berater zur Verfügung steht. Wir pflegen einen sehr freundschaftlichen Umgang miteinander. Wir vermitteln unseren Kindern die Freude an unternehmerischen Aufgaben. Diese erlauben viele Freiheitsgedanken, sind aber auch mit viel Verantwortung verbunden: Wenn wir die Angehörigen von 150 Mitarbeitern mitrechnen, tragen wir Sorge für etwa 400 Menschen. Da muss das Schiff fahren und da haben wir für uns ein paar Spielregeln aufgestellt.

Und die Work-Life-Balance eines Firmenchefs?

Mir ist es wichtig, meine Zeit zu nutzen. Work-Life-Balance heißt für mich, etwas für mich auch aktiv in der Freizeit zu tun, auch bei Schneetreiben noch eine Runde laufen zu gehen. Der positive Blick auf das, was kommt, ist wichtig. Ein Hoch, auf das was kommt, nehmen wir es an.

Das Interview in voller Länge ist nachzuhören unter: http://www.radiofabrik.at/programm0/sendungenvona-z/fair-play.html

Ich moderiere als Work-Life-Balance-Unternehmensberater „ Fair Play“ auf der  Radiofabrik Salzburg über verantwortungsvolles Wirtschaften im Bundesland Salzburg. Das Interview erschien als Kooperation mit der WKS in der “Salzburger Wirtschaft” am 27.2. 2015. Nächster Fair-Play-Termin ist am 6.8.15 um 16 Uhr. Gast ist  Peter Lammer vom Johanneskeller in Salzburg

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